Das Thema künstliche Intelligenz wird immer relevanter. Aus diesem Grund beschäftigt sich auch das Fraunhofer Institut immer stärker mit den Möglichkeiten der KI. In ihrem neuesten Blogpost hat das Farunhofer IAO nun einen Schnelltest veröffentlicht, der Unternehmerinnen und Unternehmern helfen soll einzuschätzen, welche Tätigkeiten für eine KI geeignet wären und welche weiter rein manuell bleiben sollten.

 

Schnelltest Teil 1: Künstliche Intelligenz mag Routine

Wie das Fraunhofer so schön schreibt und wie die Beispiele aus der Praxis zeigen, liebt künstliche Intelligenz nichts mehr als Routine. Durch Machine Learning lernen die denkenden Maschinen nach und nach bestimmte wiederkehrende Verhaltensmuster kennen und können diese Interpretieren. Genau deshalb sind Aufgaben, die ein hohes Maß an Routine mit sich bringen meist besonders gut für eine Automatisierung geeignet. Der Schnelltest 1, welcher als Antworten nur „Ja“, „Nein“ oder „Weiß nicht“ zulässt hilft bei einem ersten Prozessüberblick.

Dabei hat das Fraunhofer IAO folgende Fragen definiert:

  1. Tritt die Arbeitsaufgabe häufig auf, z. B. öfters als 10 Mal pro Tag?
  2. Tritt die Arbeitsaufgabe gleichartig auf, z. B. indem du häufig die gleichen Vorgänge bearbeitest?
  3. Sind die Entscheidungen, die du zur Durchführung der Aufgabe triffst, durch Regeln festgelegt?
  4. Falls Regeln festgelegt sind: Sind diese Regeln zugänglich und beschreibbar?

Werden alle Fragen mit „Ja“ beantwortet ist der Einsatz einer KI optimal geeignet. Selbst bei kleinen Abweichungen von der Routine kann die künstliche Intelligenz bei diesen Aufgaben reagieren und adaptieren. Aber, wie immer, kann die KI hier nicht alle Tätigkeiten des Menschen übernehmen, sondern gilt, wie auch im aktuellen Podcast erwähnt, nur als Werkzeug, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten und es ihnen zu ermöglichen sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

 

Schnelltest Teil 2: Hohe Anforderungen machen immun gegen Automatisierung

Im Gegensatz zu Routinearbeiten sind fordernde Aufgaben eher schwierig für eine Automatisierung mittels künstlicher Intelligenz. Auch wenn die KI adaptiv lernt und auf Neuerungen reagieren kann, stößt sie bei zu komplexen Aufgaben an ihre Grenzen.

Wie beim ersten Teil gibt es auch hier nur drei Antwortmöglichkeiten für den entsprechenden Prozess, den ihr betrachten möchtet…

  1. …hohe Denkanforderungen, z. B. weil du dich mit komplexen und wissensintensiven Themen beschäftigst?
  2. …hohe Interaktionsanforderungen, z. B. weil du häufige und lange Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen oder Kunden führst?
  3. …hohe kreative Anforderungen, z. B. weil du häufig Lösungen für neuartige Probleme entwickelst?
  4. …hohe Anforderungen der ganzheitlichen Situationsbewertung, z. B. weil du vielfältige Informationen und Sinneseindrücke für deine Entscheidungen verwendest?
  5. …hohe Anforderungen an den Einsatz von Intuition/ Instinkt, z. B. weil du schnelle Entscheidungen in gefährlichen Situationen triffst?
  6. … hohe Anforderungen an kulturelle und ethische Bewertungsmaßstäbe, z. B. weil du viel mit ausländischen Personen zusammenarbeitest?
  7. … einen hohen Handlungsspielraum, z. B. weil du Ermessensspielraum beim Treffen von Entscheidungen hast?

Ein einziges „Ja“ ist hier bereits ausschlaggebend. Wenn die Aufgabe zu komplex wird ist sie nach aktuellem Stand für die künstliche Intelligenz ungeeignet und man sollte davon absehen sie zu automatisieren.

 

Diese und weitere Tätigkeiten des Fraunhofers, wie beispielsweise ihre KI-Toolbox, sind ein wichtiger Schritt, um Verständnis und Transparenz in die Technologie der künstlichen Intelligenz zu bringen. Erst wenn alle Manager, Mitarbeiter und Partner die Vor- und Nachteile der künstlichen Intelligenz umreisen können, können sie das Beste aus ihren Arbeitsaufgaben herausholen und die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz und der Automatisierung voll nutzen.

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