Durch die zunehmende Digitalisierung der Geschäftsmodelle, neue Vertriebsformen und innovative Technologien verändert sich die Branche zunehmend und muss sich völlig neuen Herausforderungen stellen. Aktuelle Zahlen belegen, dass das reine Printprodukt einer zunehmend digitalaffinen Zielgruppe häufig nicht mehr reicht. Auch wenn die klassischen Medien noch immer einen Großteil des Umsatzes erwirtschaften, bedarf es einer parallelen Digitalisierung der Inhalte und neuer Produktgruppen, um langfristig auf dem Markt bestehen zu können.

Für die Verlagshäuser und Anbieter bedeutet das: Sie müssen ihre digitalen Produkte ausbauen und auf die Bedürfnisse ihrer Kunden hin optimieren. Themen wie Suchmaschinenoptimierung, Content Marketing und soziale Netzwerke rücken in den Fokus. Auch wenn der Umsatz der Buchbranche über die letzten 15 Jahre einigermaßen stabil blieb, nahm die Zahl der Buchkäufer zuletzt rapide ab.

Besonders der Kauf beim lokalen Einzelhändler ist rückläufig. Größen wie Amazon und Co sind für viele Konsumenten heute die erste Wahl. Keine große Überraschung, nachdem bereits viele andere Branchen ähnliche Entwicklungen erlebt haben. Für die Publisher gilt es nun, eine neue Generation der Leserschaft aufzubauen und diese zeitgemäß und kundennah anzusprechen. Neue Wege und interaktive Inhalte, wie Videos oder Podcasts, sind dabei ein möglicher Weg zum Erfolg. Doch nicht nur die Käuferschicht verändert sich, auch neue Autoren wenden sich nicht mehr zwangsweise an Verlage, sondern wählen zum Teil neue Wege. Zum Beispiel Selfpublishing: Seit Jahren schon ein großer Trend in den USA, ist Selfpublishing inzwischen auch in Deutschland aus der Branche kaum mehr wegzudenken. Die Faktoren Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstbestimmung locken so manche unabhängigen Autoren und Autorinnen auf die Plattformen und nehmen den klassischen Verlagshäusern ihre Partner.

Doch wie gehen die Verleger mit diesen neuen Herausforderungen um? Wie entwickeln sie neue innovative Geschäftsideen und Produkte? Das ist die Frage, mit der sich der Innovationsmonitor-Publishing beschäftigt. Die Studie hat durch eine breit angelegte empirische Erhebung Kriterien definiert und den Stand des Innovationsmanagements in Verlagen ermittelt.

Dabei kombiniert ein sogenannter Mixed Method Ansatz eine quantitative Umfrage mit qualitativen Tiefeninterviews. Nach einer initialen Betrachtung der bei den Publishern vorhandenen Definition von Innovation und ihrem unternehmensspezifischen Umgang mit den Herausforderungen der digitalen Transformation richten wir das Augenmerk auf den Innovationsprozess der einzelnen Häuser. Von der Ideenfindung über die Zusammenstellung eines Teams bis hin zur Evaluation der Projekte: ein intensiver Blick hinter die Kulissen.

 

Wie Innovation im Verlag wahrgenommen wird

Trotz einer fehlenden einheitlichen Definition von Innovation sind die Verlage nach ihrer eigenen Einschätzung gut aufgestellt. Das Gros der Befragten hält das eigene Unternehmen tendenziell eher für innovativ: Auf einer Skala von 1-10 (10 am höchsten) haben 52 % gleich oder mehr als „6“ angegeben; die meisten (19 %) haben „7“ gewählt.

Keiner der Befragten hat die höchste oder niedrigste Innovativitätsstufe angegeben. Diese vergleichsweise zuversichtliche Einschätzung der eigenen Innovation scheint neu zu sein. Die Vergangenheit des Verlagswesens ist den meisten im Interview Befragten noch sehr präsent.

So sieht ein Befragter ein, dass der „Verlag heute deutlich anders ist als unser Verlag vor einem Jahr – und er ist dramatisch anders als vor fünf Jahren“.

Der Druck von Start-ups und internationalen Konzernen lässt auch die deutschen Publisher nicht kalt. In den heutigen Unternehmensstrukturen finden sich zunehmend Innovationsmanager, die für den kontinuierlichen Wandel der Unternehmen verantwortlich sind: „Wäre jetzt 0 ‚total erstarrt, nicht innovativ‘ und 10 wäre ‚innovatives Powerhouse‘, dann würde ich sagen, dass ich den Verlag bei 0-1 vorgefunden habe und jetzt ist er mittlerweile bei 9.

Das ist auch ein Kernpunkt meiner Arbeit. Da sind im Moment eine Menge Bälle in der Luft.“ Je nach Verlagstypen ergeben sich in der Einschätzung der eigenen Wandlungsfähigkeit und Innovationskraft jedoch große Unterschiede, wie die quantitative Erhebung zeigt:

  • So halten sich Publikumsverlage (23 % haben auf der Skala „3“ gewählt) für deutlich weniger innovativ als Fachverlage (23 % wählten „6“) und Bildungsverlage (27 % wählten „7“).
  • Große Verlage schätzen sich tendenziell weniger innovativ ein als kleine.
  • Verlage mit hohem digitalen Umsatzanteil sehen sich auch tendenziell innovativer (40 % wählten „8“).
  • Verlage, die von einer hohen und sehr hohen Bedrohung ihres Hauptgeschäfts ausgehen, taxieren ihre Innovativität (20 % wählten „4“) niedriger als Verlage mit geringem Bedrohungsszenario (21 % wählten „7“).

 

Weitere Einblicke in die Innovationskraft der Verlage und die Potenziale, die sich in Publishing Unternehmen auftun, findet sich im Innovationsmonitor Publishing, den Alexander Pinker gemeinsam mit Steffen Meier, Daniel Lenz, Dr. Okke Schlüter verfasst hat.

 

Einen noch umfangreicheren Auszug gibt es hier.

 

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