Generative KI – die neue Ära des Journalismus?

Der Journalismus hat sich in den letzten Jahren stark verändert, und das nicht zuletzt durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Besonders spannend ist dabei der Einsatz von generativer KI, die es ermöglicht, automatisch Texte zu generieren, die von Menschen geschrieben wurden. Aber was genau ist generative KI und wie verändert sie den Journalismus?

Generative KI basiert auf Algorithmen, die Texte schreiben können, die von Menschen kaum noch zu unterscheiden sind. Dabei werden riesige Datenmengen analysiert und Muster erkannt, aus denen dann neue Texte generiert werden können. Das Ergebnis sind Texte, die qualitativ hochwertig und fehlerfrei sind, aber dennoch von einer Maschine geschrieben wurden.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit generativer KI können Journalisten Zeit sparen und sich auf andere Aufgaben konzentrieren, während die KI die Arbeit übernimmt. Zudem können große Datenmengen schnell analysiert und verarbeitet werden, was insbesondere bei der Berichterstattung über komplexe Themen von Vorteil ist.

Ein Beispiel dafür ist der Nachrichtendienst Bloomberg, der bereits seit einiger Zeit auf generative KI setzt, um Finanznachrichten zu erstellen. Die Texte sind dabei so überzeugend, dass sie von menschlichen Textern kaum noch zu unterscheiden sind.

Auch die New York Times setzt auf KI-Tools, um den Lesern personalisierte Nachrichtenangebote zu machen. Dabei wird das Verhalten der Leser analysiert und daraus ein individuelles Nachrichtenangebot generiert.

In Deutschland arbeitet das Startup Retresco an KI-basierten Lösungen für die Medienbranche. Hier werden beispielsweise automatisch Sportberichte oder Finanznachrichten generiert.

Eine weitere Möglichkeit für den Einsatz von KI im Journalismus sind Sprachmodelle wie ChatGPT. Diese Modelle werden trainiert, um menschenähnliche Antworten auf Fragen oder Kommentare zu generieren. Dies ermöglicht eine stärkere Personalisierung der Nachrichten, da jeder Leser eine individuelle Antwort erhalten kann. ChatGPT kann auch für die automatische Generierung von Artikeln verwendet werden, indem es Datenquellen wie RSS-Feeds, soziale Medien und andere Webseiten analysiert und relevante Informationen sammelt.

Ein weiteres Werkzeug, das in den letzten Jahren in der KI-basierten Berichterstattung immer wichtiger geworden ist, ist Dall-E. Dall-E ist ein von OpenAI entwickeltes Generativmodell, das in der Lage ist, Bilder auf Basis von Textbeschreibungen zu erstellen. Dies hat zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten im Journalismus, beispielsweise können automatisch Bilder für Artikel erstellt werden, die den Inhalt des Artikels veranschaulichen. Auch hier können personalisierte Bilder für individuelle Leser erstellt werden, um die Erfahrung zu verbessern.

Doch der Einsatz von generativer KI im Journalismus ist auch mit Risiken verbunden. Kritiker befürchten, dass durch den Einsatz von KI menschliche Arbeitsplätze gefährdet werden. Zudem besteht die Gefahr, dass KI-basierte Texte zu einheitlich und unpersönlich werden und die Vielfalt des Journalismus beeinträchtigen.

Auch ethische Bedenken werden laut: Wer ist verantwortlich für den generierten Text? Wie lassen sich Falschmeldungen und Propaganda vermeiden? Und wie steht es um die Urheberrechte an generierten Texten?

Trotz dieser Herausforderungen ist der Einsatz von generativer KI im Journalismus auf dem Vormarsch. Immer mehr Verlage und Redaktionen setzen auf KI-basierte Tools, um ihre Arbeitsprozesse zu optimieren und effizienter zu gestalten.

Trotz der Chancen und Herausforderungen, die generative KI im Journalismus mit sich bringt, wird sie sich wohl in Zukunft weiter verbreiten und zu einem wichtigen Werkzeug für Journalisten werden. Denn eines ist sicher: Der Einsatz von KI im Journalismus wird den Journalismus verändern – aber ob zum Positiven oder zum Negativen, das bleibt abzuwarten.

Alexander Pinker
Alexander Pinkerhttps://www.medialist.info
Alexander Pinker ist Innovation-Profiler, Zukunftsstratege und Medienexperte und hilft Unternehmen, die Chancen hinter Technologien wie künstlicher Intelligenz für die nächsten fünf bis zehn Jahre zu verstehen. Er ist Gründer des Beratungsunternehmens „Alexander Pinker – Innovation-Profiling“, der Agentur für Innovationsmarketing "innovate! communication" und der Nachrichtenplattform „Medialist Innovation“. Außerdem ist er Autor dreier Bücher und Dozent an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt.

Ähnliche Artikel

Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Follow us

FUTURing

Cookie Consent mit Real Cookie Banner