Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung steht Veränderungen durch Digitalisierung positiv gegenüber. Das zeigt der aktuelle Digital-Index der D21-Initiative. Die jährlich durchgeführte Studie liefert ein tiefgreifendes Lagebild zur Digitalen Gesellschaft in Deutschland und zeigt auf, wie die Bevölkerung neue Technologien und digitale Werkzeuge in ihrem beruflichen und privaten Alltag einsetzen und adaptieren.

„Es ist sehr erfreulich, dass die Mehrzahl der Menschen in unserem Land die Auswirkungen der Digitalisierung eher positiv wahrnimmt und optimistisch in die Zukunft blickt“ – Wirtschaftsminister Peter Altmaier

 

Fortschritt trotz Stillstand

Auch wenn die Aussage einen Widerspruch auf den ersten Blick darstellt, beschreibt sie den Digitalisierungsgrad in Deutschland sehr gut. Nach anfänglich geringer Dynamik steigt der Digitalisierungsgrad seit 2017 merklich an. Auch die digitale Kompetenz, Offenheit gegenüber technologischer Veränderungen und das Nutzungsverhalten verbessern sich, doch trotz allem ist die digitale Spaltung noch immer deutlich zu spüren.

86 Prozent der deutschen Bevölkerung sind nach den Ergebnissen des D21-Digital-Index online, das ist ein Zuwachs von zwei Prozentpunkten. Dabei zeigt sich besonders die mobile Nutzung über Smartphones und Tablets als Treiber in allen Altersgruppen.

Doch der Digitalisierungsgrad ist sehr abhängig vom Bildungsstandard, so die D21-Initiative:

„Nach wie vor haben Alter, Bildungsgrad und Berufstätigkeit einen deutlichen Einfluss: Auch wenn Teile der älteren Generationen aufholen, sind weiterhin die jüngeren Generationen digitalaffiner. Generell haben Berufstätige, insbesondere mit Schreibtischtätigkeit, einen höheren Indexwert als Menschen ohne Berufstätigkeit (46 zu 73). Höher Gebildete haben mit einem Indexwert von 71 einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad als Menschen mit niedriger formaler Bildung (40).“

Was erfreulich ist, sind die Verschiebungen in den Clustern, die sich mit der Bereitschaft neue Technologien und digitale Werkzeuge einzusetzen, verzeichnen. Die Gruppe der „Digital Abseitsstehenden“ schrumpft, genau wie die ehemals größte Gruppe, die „Digital Mithaltenden“. Die Gruppe der „Digitalen VorreiterInnen“ ist in diesem Jahr mit 44 Prozent die größte. Das bedeutet, dass rund 28 Millionen Menschen offen und souverän mit den Anforderungen sowie den Errungenschaften der Digitalisierung umgehen.

 

Digitalisierung der Berufswelt

Diese Verschiebung lässt sich auch durch einen Strukturwandel im Berufsalltag erklären. Der aktuelle D21-Digital-Index erfasst zum ersten Mal den digitalen Wandel in verschiedenen Lebensbereichen der Befragten. Dabei lag besonders der berufliche Alltag in Bezug auf die digitale Transformation vorne. Die 20.322 Interviewten sahen besonders neue berufliche Chancen durch die Digitalisierung. Fast ebenso viele fühlen sich jedoch vom digitalen Wandle unter Druck gesetzt. 43 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sich durch die Digitalisierung ihre Arbeitsabläufe spürbar verändert haben. Bei Personen mit einem Bürojob sind es sogar 58 Prozent. Dennoch sehen sich fast drei Viertel der Berufstätigen den aktuellen digitalen Anforderungen gewachsen.

 

Grundlegende Veränderungen werden erwartet

Wenn es nach den Befragten geht, gibt es in Zukunft kaum einen Bereich, der nicht von der Digitalisierung verändert wird. Doch herrscht, wie häufig in den Medien vermittelt, keine grundsätzliche Angst vor dieser Transformation. Viele der Befragten bewerten diese Veränderung größtenteils positiv und erhoffen sich besonders in den Bereichen Bildung und Gesundheit deutliche Mehrwerte.

„Dort, wo die Menschen Teilhabechancen und eigenen Einfluss sehen, empfinden sie auch den Einfluss der Digitalisierung häufig positiver. Allerdings sehen wir auch, dass Bildung einen entscheidenden Einfluss darauf hat, wie sattelfest die Menschen den Anforderungen des digitalen Wandels entgegentreten. Vor allem Bürgerinnen und Bürger mit geringer formaler Bildung sehen den Einfluss der Digitalisierung auf Herausforderungen wie Arbeitsplatzverlust oder Wegfall von Tätigkeiten deutlich kritischer, fühlen sich häufiger überfordert. Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sollten die Ergebnisse nutzen und in zukunftsgewandte und weitsichtige Entscheidungen übersetzen, um die Menschen für den umfassenden Strukturwandel zu wappnen. Essenziell ist eine zeitgemäße Bildung – nicht nur in Schulen, sondern niedrigschwellig in jedem Lebensabschnitt“ – Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21

Im Fazit lässt sich also sagen, dass die Grundlagen gutstehen, dass Deutschland in der Digitalisierung global aufholen kann. Doch dafür muss noch viel geschehen. Es müssen eine Menge an Impulsen in allen Bevölkerungsgruppen zu neuen Technologien und digitalen Chancen gesetzt werden, damit ein rationales Verständnis der nächsten fünf bis zehn Jahre in den Unternehmen Einzug hält.

Diese Informationsvermittlung und die Wahrnehmung von Chancen der Digitalisierung ist der Grund, weshalb ich die Innovations-Impulse ins Leben gerufen habe, mit denen ich Mitarbeiter und Firmen in die Lage versetzten möchte zwischen wirklichen tiefgreifenden Trends und kurzen Modeerscheinungen zu unterscheiden.

Die komplette Pressemitteilung der D21-Initiative gibt es hier. Weitere Informationen zur Studie sind hier zu finden.

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