Es gibt in der Literatur verschiedene Ansätze, was Unternehmen bei der Integration von digitalen Werkzeugen in die firmenspezifische Kommunikation zu empfehlen ist. Diese Tipps reichen von umfangreichen Checklisten bis zu kurzen, mehr oder weniger praktischen Hinweisen. Doch ist eine solch rationale Beurteilung, wie ein Betrieb erfolgreich eine digitale Recruiting-Strategie integrieren kann, nicht eindeutig zu bestimmen. Es gibt jedoch meiner Erfahrung nach in der Integration von neuen Technologien, digitalen Services oder sozialen Netzwerken in Unternehmen fünf Grundregeln, die den Einstieg in das digitale Recruiting erheblich erleichtern.

Strategien Digitales Recruiting

Schritt 1: die optimale Unternehmenskultur

Vor dem Einstieg in ein digitales Recruiting sollte der Fokus zunächst auf die eigene Unternehmenskultur gelegt werden. Allgemein definiert sich dieser Begriff als die „Grundgesamtheit gemeinsamer Werte, Normen und Einstellungen, welche die Entscheidungen, die Handlungen und das Verhalten der Organisationsmitglieder prägen“. Die komplette Strategie der Social-Media-Kommunikation ist somit zunächst explizit auf die eigenen Werte und Normen abzustimmen. Hat ein Unternehmen beispielsweise ein sehr traditionelles, konservatives Image und zeigt sich im Social Web beispielsweise zu schrill, kann dieser Widerspruch die Reputation und das Image des Betriebes nachhaltig schädigen.

 

Schritt 2: die Wahl der Angestellten

Die Wahl der Mitarbeiter, welche für das Unternehmen in den sozialen Netzwerken oder anderen Kanälen kommunizieren, ist entscheidend. Idealerweise kommen diese Beschäftigen, die mit dieser Funktion betraut werden, aus jeder Abteilung eines Unternehmens. Gerade bei Kundenanfragen zu Garantien oder Service kann ein Mitarbeiter aus dem Vertrieb häufig erheblich schneller und detaillierter antworten als ein Marketingfachmann oder der Praktikant.  Auch für die Bewerberansprache, dem eigentlichen Thema dieser Arbeit, sollten Mitarbeiter der Personalabteilung für Fragen der potenziellen Bewerber zur Verfügung stehen, um eine einheitliche, transparente und informative Kommunikation zu gewährleisten.

 

Schritt 3: der richtige Kanal

Für die Kommunikation mit der Zielgruppe ist auch die Kenntnis der wichtigsten Technologien und Netzwerke erfolgsentscheidend. Die Zielsetzung der optimalen Kommunikation sollte stets darin bestehen, mit gleichgesinnten Mitgliedern in Kontakt zu treten und diese als Fürsprecher und Multiplikatoren für das eigene Unternehmen zu gewinnen.

 

Schritt 4: das FACE-Konzept

Das FACE-Konzept ist ein von Bernhauer, Hesse, Laick und Schmitz entwickeltes Werkzeug, das Unternehmen helfen soll. Die Abkürzung „Face“ steht in diesem Konzept für folgende Aspekte:

  • Follow: Man muss verstehen, worüber die Zielgruppe spricht und aktiv den Nutzern auf der eigenen Plattform zuhören.
  • Attract: Anschließend muss die Aufmerksamkeit durch Nutzung der Erkenntnisse auf das Unternehmen gelenkt werden.
  • Communicate: Die Kommunikation selbst hat sich ebenfalls geändert, man muss als Unternehmen heute in die Unterhaltungen der Nutzer einsteigen, auf die Einwände hören und die Prozesse der Kontaktaufnahme vereinfachen.
  • Engage: Ein zielgruppennaher Dialog kann final dazu führen, dass der Nutzer zu einer Bewerbungsentscheidung kommt.

Schritt 5: Mehrwerte schaffen

Der letzte, jedoch auch wichtigste, Schritt besteht darin, Mehrwerte für Nutzer zu generieren. Dies könnten beispielsweise interessante Begebenheiten oder Fakten aus dem Unternehmen, beschleunigte Prozesse im Bewerbungsprozess oder die frühzeitige Integration des potenziellen Bewerbers in den Arbeitsablauf sein. Bietet man solche Leistungen an, verbreitet sich eine gesetzte Botschaft häufig sehr schnell viral, was positive Auswirkungen auf die Reputation des Unternehmens haben kann.

 

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