In einer Zeit, in der durch Algorithmen und Daten alles vorhersehbar scheint, verliert der Zufall zunehmend an Bedeutung. Doch trotz allem ist er auf der Suche nach Innovationen und neuen Ideen der beste Freund des Vordenkers.

Im Innovationsmanagement und der Zukunftsforschung geht es um Methodik – so scheint es jedenfalls. Es gibt eine Unzahl an Techniken um aktuelle und zukünftige Trends vorher zu sagen, Szenarien zu bilden oder aus der Geschichte zu lernen. Mit Brainwriting, Design Thinking oder anderen Methoden kommen Unternehmen und Coaches auf neue Ideen. Durch Business Analytics und Data Science werden die Mysterien der Daten entschlüsselt, interpretiert und zu Handlungsempfehlungen. Doch trotz aller Methodik gibt es einen Faktor, der in der Innovation bis heute eine zentrale Bedeutung spielt – der Zufall.

 

Zufälle als Grundlage großer Innovation

Definiert man den Zufall, ist es ein Muster, ein Szenario mit äußerst geringer Wahrscheinlichkeit. Zufälle sind Ereignisse, die eher unwahrscheinlich eintreten. Doch betrachtet man den Zufall aus der Brille des Innovators, ist er gleichzeitig eine Begebenheit, die eine neue Möglichkeit eröffnet.

20% der Innovationen entstehen dabei aus Zufall. Unser Leben, sowohl im Business als auch Privat, wird von Zusammenhängen bestimmt. Das Ursache-Wirkungsprinzip hat dabei in der Innovation eine hohe Bedeutung.

Schon die alten Alchemisten wussten, dass sie nur durch Versuche in ihren Experimenten weiter vorankommen. Auch die Forschung und Wissenschaft geht von Hypothesen aus, bei denen durch das richtige, „zufällige“ Zusammenspiel von Faktoren neue Möglichkeiten offenbart werden.

Die Angst vor dem „Was wäre wenn…“ hat daher im Innovationsmanagement nichts zu suchen. In meinen Workshops und Keynotes bitte ich daher die Teilnehmer immer völlig losgelöst zu denken. Bei der Suche nach neuen Ideen, nach Zukunftsvisionen oder nach Strategien gibt es, wenigstens in der ersten Phase, kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur eine Vielzahl an Möglichkeiten.

Der Leser der jetzt denkt, dass der Zufall auf keinen Fall zu großen Innovationen führen kann und es immer einen Plan, eine Methodik braucht, der muss nur an einige Produkte denken, die heute feste in unserem Alltag verankert sind.

So wurde Teflon beispielsweise entwickelt, während man eigentlich ein feuerhemmendes Kühlmittel suchte. Porzellan entstand, während Johann Friedrich Böttger nach Gold suchte und die liebste Freizeitbeschäftigung von Jung und Alt, die Luftpolsterfolie, sollte eigentlich eine moderne Plastiktapete in Weltraumoptik werden.

All diese Zufälle führten zu Produkten, die sonst niemals vorstellbar waren.

 

Doch heißt das nun, dass sie wild forschen und experimentieren sollen, bis Ihnen die nächste Disruption durch Zufall begegnet? Nein, natürlich nicht. Doch man darf ihn auch nicht ausschließen. Alle Überlegungen während der digitalen Transformation, alle Disruptionen, Idea Hubs und Co sollen natürlich weiter mit Methode gelenkt und gesteuert werden, doch es muss genug Freiraum geben, dass der Zufall eine Chance hat. Es geht also im Prinzip darum den Zufall mit Methode zu finden.

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