Man kommt kaum an dem Begriff vorbei: Storytelling. Wenn man in die Marketingabteilungen und Agenturen, aber auch zu Rednern und Lehrern schaut, scheint es das Erfolgsrezept für alle Bereiche unseres Lebens und Arbeitens zu sein. Mit Omichannel Ansätzen sind Story heute auf allen Kanälen unterwegs. Zu jederzeit, für jeden abrufbar. Doch kann man auch das Storytelling der Innovation unterwerfen? Wie können aktuelle Trends in diese althergebrachte Methode integriert werden?

Die Geschichte des Storytellings

Auch wenn es oft so klingt, Storytelling ist kein neues Instrument. Lange bevor das Geschichten erzählen zum Hypewort wurde, nutzen Menschen bereits dieselben Instrumente, um ihr Publikum zu erreichen. So beispielsweise im antiken Griechenland, wo sich die mündlich überlieferten Erzählungen abhängig von der Reaktion des Publikums stets veränderten und wandelten.

Diese Flexibilität findet sich auch im Storytelling des Marketings wieder. Durch erzählerische Codes werden Produkte und Unternehmen mit einer unterbewussten Botschaft verknüpft. Man lädt sie sozusagen Emotion auf, um sie langfristig in den Köpfen der Kunden zu positionieren. Gerade in unserer heutigen datengetriebenen Gesellschaft, kehren wir zur Urform des Geschichtenerzählens zurück. Abhängig von den individuellen Vorlieben geht die Botschaft in die eine oder andere Richtung.

Wie erfolgreich Geschichten sein können, zeigen Marken wie coca Cola, Lega oder auch Nike. Gerade Nike ist wahrscheinlich einer der erfolgreichsten Storyteller unserer Marketingwelt, wie beispielsweise die Werbekampagne „The Chance“ zeigt.

 

The Chance (Quelle: Nike)

 

Doch ist es wirklich so kompliziert gute Markengeschichten zu entwickeln? Es kommt darauf an, ist die schwammige Antwort, die man hier nur geben kann. Doch mit einigen aktuellen Technologien und Trends wird ein gutes Storytelling für viele greifbarer, denen der richtige Ansatz bisher verschlossen blieb.

 

Kollaboratives Storytelling

Im Zeitalter des Social Media ist es im Marketing heute Pflicht seine Zielgruppe zu integrieren. Unternehmen müssen ihre Markenführung nicht nur auf die Kunden ausrichten, sie alle möchten Teil der Maßnahmen werden und aktiv gestalten. Dies ist eine gute Chance für das kollaborative Geschichtenerzählen.

Die Verbraucher, digital bestärkt von mobilen Endgeräten und einem nahezu endlosen Zugang zu Informationen, fordern von Unternehmen heute eine stärkere Einbeziehung in fast jeden Aspekt des Geschäftslebens. Sie wollen dabei nicht nur kommentieren und interagieren, sondern auch aktiv bei der Gestaltung der Markengeschichten mitwirken. Starbucks hat dies erkannt und nutzt ihre starke Community für emotionale, persönliche Geschichten.

 

Starbucks Upstanders (Quelle: Starbucks)

 

Wirft man einen Blick in die Zukunft des Marketings, werden die Geschichten einer Marke zunehmend mit den persönlichen Geschichten der Kunden verschmelzen. Es wird zu einer Synergie kommen, die im klassischen Marketing nie denkbar war.

 

Datengesteuertes Storytelling

Aktuelle Prognosen besagen, dass bis 2020 35 Zetabyte an Informationen existieren werden. Dabei produziert ein einzelner Mensch pro Sekunde ca. 1,7 Megabyte an Daten. Mit all diesen Verbindungen, Informationen und Insights zur Hand, eröffnet sich Unternehmen die nie gekannte Chance maßgeschneiderte Geschichten zu erstellen, die jeden Kunden individuell nach seinen Vorlieben ansprechen.

Marken werden dabei nicht nur in der Lage sein Aufmerksamkeit zu erregen, sondern sie können individuelle Mehrwerte bieten, um sich aus der Informationsüberflutung, die wir heute erleben hervorzuheben. Ein gutes Beispiel, wie Daten eindrucksvoll aufbereitet werden können, bringt google mit ihrem datenbasierten Jahresrückblick.

 

Google – Year In Search 2017 (Quelle: Google)

 

Unternehmen müssen verstehen, dass Daten der Schlüssel für ein gutes Marketing sind. Big Data ist nicht nur zur Prozessoptimierung zu gebrauchen, sondern auch dazu gute Geschichten zu erzählen, die die Zielgruppe abholen und das Unternehmen langfristig positionieren.

 

Immersives Storytelling

Das Augmented Reality und Virtual Reality zum Storytelling geeignet sind ist nichts Neues. Selten konnte man die Leute so tief in eine Markenwelt eintauchen lassen wie mit den immersiven Medien. Leute nehmen Inhalte intensiver wahr und prägen sich das Erlebte besser ein. VR und AR sind daher wertvolle Werkzeuge das Publikum zu fesseln und um die Botschaften der Unternehmen noch besser zu kommunizieren.

Durch die sinnliche Erfahrung, die durch immersive Medien geboten wird, stehen die Kunden direkt im Mittelpunkt der Geschichte. So führen bereits heute einige Unternehmen zukunftsweisende Kampagne mit Hilfe von Virtual Reality und Augmented Reality durch, die das Publikum begeistern. Ein Beispiel ist die Kampagne der New York Times

 

Ruth Negga: Great Performers (Quelle: The New York Times)

 

Durch den Fokus auf das sinnliche Erlebnis, steht das Unternehmen ganz im Mittelpunkt der Zielgruppenwahrnehmung. Immersive Kampagnen werden daher in den nächsten Jahren das Marketing erobern und durch die stetige Weiterentwicklung der Technologie das Engagement der Konsumenten immer weiter steigern.

 

Technologien, Innovationen und Trends sind, wie die drei Beispiele zeigen, die Zukunft des Storytelling. Unternehmen werden daher auch in den nächsten Jahren weiter ihre Geschichten erzählen, doch die Form wird sich wandeln.

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