Robotik findet ihren Weg in immer mehr Prozesse unseres täglichen Lebens. Neben den Industrierobotern, die schon längst in den Fabriken angekommen sind, finden Haushalts- und Pflegeroboter ihren Weg in unser Zuhause. Doch auch aus der Medizin sind sie nichtmehr wegzudenken. Besonders in den Operationssälen wird mit unterschiedlichsten Ansätzen experimentiert, die Chirurgen zu unterstützen.

Die Digitalisierung der Medizin ist nicht aufzuhalten und auch wenn ein guter Arzt nicht aus dem OP wegzudenken ist, gibt es Roboter, die besonders bei Eingriffen an extrem dünnen Gefäßen Einsatz finden.

Roboter im OP (Quelle: MicroSurgical Robot Research Group)

 

Um die Potenziale auszutesten, wurde in den Niederlanden erstmals eine Studie auf dem Gebiet der sogenannten „Supermikrochirurgie“ durchgeführt. Im direkten Vergleich nahmen jeweils ein erfahrener menschlicher Chirurg und ein Robotersystem lymphatisch-venöse Anastomosen an Gefäßen von bis zu 0,3 Millimeter Durchmesser vor. Einfach gesagt verbanden Mensch und Maschine hierbei Lymph- und Venengefäße, um den Lymphdurchfluss zu verbessern.

Von 20 Patienten wurden zwölf Patienten mit den herkömmlich eingesetzten Methoden von erfahrenen Ärzten operiert, bei den verbleibenden wurde der Eingriff mit Hilfe eines Robotersystems durchgeführt. Das Robotersystem unterstützte die Bewegungen des Chirurgen und verringerte dessen Zitterbewegungen.

Bei der durchgeführten Studie wussten dabei weder Patienten noch Ärzte, welche Methode gerade Anwendung fand. Wenn Sie sich jetzt fragen, wie dies möglich sei. Auch bei der klassischen Supermikrochirurgie nutzen Ärzte Spezialapparaturen, sogenannte Mikromanipulatoren.

Die Ergebnisse waren beeindruckend. Nicht nur erzielten die Chirurgen, die von Robotern assistiert wurden, vergleichbare Ergebnisse, sie konnten die benötigte Zeit sogar um beinahe die Hälfte minimieren.

 

„Ein Nachteil dieser Studie ist, dass die Operationen von einem sehr erfahrenen Mikrochirurgen durchgeführt wurden, sodass sich die Ergebnisse derzeit nicht ohne Weiteres auf andere übertragen lassen, die weniger geübt sind“ – Raymund Horch, Direktor der Plastisch- und Handchirurgischen Klinik, Universitätsklinikum Erlangen

 

Im nächsten Schritt sollen auch weniger geübte Ärzte mit dem System arbeiten dürfen, um zu evaluieren, ob diese mit der Unterstützung durch den OP-Roboter bessere Ergebnisse erzielen können.

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