AR Healthcare: Augmented Reality in der Medizin

Kaum eine Aufgabe erfordert so viel Fingerspitzengefühl wie ein medizinischer Eingriff. Die Chirurgen müssen exakte, millimetergenaue Arbeit an ihren Patienten leisten, ob an der Wirbelsäule, Minimal-invasiv oder zum Richten eines Knochens. Jede Ablenkung ist dabei zu vermeiden. Trotz allen braucht es den Blick auf das Rötgen- oder Kamerabild, welches auf dem Monitor angezeigt wird, um weiter zu kommen. Mit Augmented Reality kann dies bald der Vergangenheit angehören.

Als Futurist muss man den Blick in die Zukunft wagen können. Nicht wie eine Wahrsagerin, sondern unter Deutung der Signale unserer Zeit. So ist es nicht unrealistisch, dass in den nächsten fünf Jahren Augmented Reality Einzug in den OP halten wird. Das ideale Szenario sieht dabei so aus, dass der Chirurg seine Datenbrille aufsetzt und den Blick in den Körper des Patienten erhält. Was bisher auf den separaten Monitoren und Geräten läuft, hat er direkt im Blickfeld. Vitalwerte, Röntgenbilder, Hinweise und Empfehlung. Das klingt wie Zukunftsmusik, oder?

 

AR Healthcare heute

Phlips Augmented Reality OP Lösung (Quelle: Philips)

Eine aktuelle Bekanntmachung von Philips macht dieses Szenario greifbarer. Sie haben eine neue Art der Navigationstechnologie für minimal invasive Eingriffe an der Wirbelsäule entwickelt. Mittels optischer Trackingsysteme werden Informationen des Patienten und Livebild des Körpers an Monitore im OP geliefert, die dem Chirurgen zeigen, wo er genau ansetzen muss, um das beste Ergebnis zu erzielen.

 

“This unique augmented-reality technology is an example of how we expand our capabilities with innovative solutions in growth areas such as spine, neuro and trauma surgery,” Ronald Tabaksblat, Business Leader Image-Guided Therapy Systems bei Philips

 

Auch wenn in der Bekanntmachung kein Headset erwähnt wird, ist die Adaption der Technologie auf Daten Brillen, wie beispielsweise die HoloLens, nicht sehr fern von der Realität.

AR Healtchare an der TUM
AR Healthcare an der TU München (Quelle: TUM)

 

Um diese Verbindung herzustellen wäre beispielsweise eine Kooperation mit der Technischen Universität München (TUM) möglich. Dort wird bereits seit Jahren mit Augmented Reality im OP experimentiert.

 

„Wir arbeiten an Systemen, die Patienteninformationen und das, was aktuell geschieht, auf einen Blick und in Echtzeit sichtbar machen“, Nassir Navab, Inhaber des Lehrstuhls für Informatikanwendungen in der Medizin & Augmented Reality zu VDI Nachrichten

 

Bisher gibt es von Seiten der TUM den sogenannten Camera Augmented Mobile C-Arm (CamC), der bis zu zwölf Röntgenbilder erstellt und sie dem Arzt auf die Datenbrille legt. Mit der ausgereifteren Technologie von Philips und der Erfahrung der Technischen Universität kann das Zukunftsszenario „AR Healthcare“ schnell Realität werden.

 

 

Beitragsbild: Philips


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