Wie sieht es mit der Digitalisierung der Deutschen Industrie aus? Mit dieser Frage hat sich eine aktuelle Studie der BITKOM beschäftigt. Dabei haben sie 552 Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern befragt und sind auf die Suche nach dem aktuellen Stand der Digitalen Transformation gegangen. Die Ergebnisse zeigen: wir sind mitten im Wandel von analog zu digital. 73% der Industrieunternehmen arbeiten gerade an ihrem digitalen Geschäftsmodell.

 

“Im Gegensatz zu anderen Bereichen scheinen wir da den Weckruf schon vor vielen Jahren gehört zu haben” – Achim Berg, Bitkom-Präsident

 

Die Studie zeigt deutlich, dass mittlerweile sechs von zehn Industrieunternehmen spezielle Anwendungen aus dem Bereich Industrie 4.0 nutzen, um ihr Unternehmen zu modernisieren und die Prozesse effizienter zu machen. Vor wenigen Jahren war dies nicht denkbar. Corona hatte auf diese Entwicklung jedoch weniger Einfluss, als beispielsweise auf das Bildungswesen oder auf den Einzelhandel. Die deutsche Industrie hat ihre Transformation schon frühzeitig begonnen und das große Potenzial hinter 5G, KI und der Industrie 4.0 erkannt.

 

„Dabei darf diese positive Entwicklung durch Corona keinen Dämpfer erfahren. Je digitaler die Industrieunternehmen aufgestellt sind, desto schneller werden sie sich von den Folgen des Shutdowns erholen.“

 

Nach der Studie lassen sich die Firmen auch nur schwer bremsen. 94% sagen, dass sie in der Digitalisierung großes Potenzial für neue Geschäftsmodelle sehen. So entwickeln sich beispielsweise Industrieunternehmen aus der Medizintechnik weiter zu digitalen Healthcare Dienstleistern und Automobilkonzerne legen den Fokus auf zukunftsgerichtete und kluge Mobilitätslösungen.

Die meisten Firmen setzen, so die BITKOM Studie, auf datengetriebene Geschäftsmodelle und bauen ihre neuen Produkte und Dienstleistungen auf den gesammelten und ausgewerteten Daten auf. Dabei ist der Fokus besonders die Modernisierung bestehender Modelle und nicht die Ablösung des Status-Quo. Nur bei 3% der Industrieunternehmen herrscht eine wirkliche Disruption.

 

Künstliche Intelligenz in der Industrie

Besonders interessant ist, dass sich in vielen der Industrieunternehmen KI-Anwendungen finden lassen Künstliche Intelligenz ist dabei bei jedem siebten befragten Unternehmen im Einsatz, um beispielsweise Predictive-Maintenance zu betrieben, die Maschinen zu überwachen oder die Qualität zu verbessern. Auch der Einsatz von Industrierobotern steigt und unterstützt die Mitarbeiter bei den Arbeitsabläufen.

Besonders wichtig für die Unternehmen ist neben der Wartung (43%) mittels KI auch die Steigerung der Produktivität (41%) und die Optimierung der Prozesse (39%).

 

5G soll die Industrie noch mehr digitalisieren

73% der befragten Industrieunternehmen sehen in 5G einen unglaublichen Schub für die Digitale Transformation. Durch die latenzfreie und datenorientierte Übertragung des neuen Mobilfunkstandards wollen sie ihre Maschinen und Industrie 4.0 Anwendungen weiter optimieren und weitere datengetriebene Geschäftsmodelle entwickeln.

 

Arbeitsplätze in der Industrie 4.0

Auch das Thema Fachkräftesicherung und Arbeitsplätze war ein großer Bestandteil der Studie. Von den befragten Unternehmen sehen 66% das Potenzial, dass neue Arbeitsplätze für ausgebildete Fachkräfte entstehen. Diese müssen besonders interdisziplinäre Kompetenzen an den Tag legen, um die entstehende Verschmelzung von IT und Maschinenbau optimal zu begleiten.

Gleichzeitig gibt es auch eine Verschiebung innerhalb der Mitarbeiterstrukturen. Durch die aktuell einziehende Industrie 4.0 wollen 14% der Industrieunternehmen in diesem Jahr auch Mitarbeiter entlassen, da die Stellen aufgrund der Automatisierung nichtmehr benötigt werden.

 

„Die Einführung neuer Technologien, Werkzeuge und Methoden hat natürlich Auswirkungen auf die Beschäftigten in den Unternehmen. Digitale Bildung und Weiterbildung sind jetzt und in Zukunft essenziell“

 

Trotz aller positiven Entwicklungen wart BITKOM Präsident Berg  davor, die Digitalisierung angesichts der Corona Pandemie zu vernachlässigen. Unternehmen müssen weiter an sich arbeiten und digitale Prozesse integrieren, um wirklich zukunftsgerichtet in die Arbeitswelt von Morgen zu starten und sich schnell von Problemen, wie dem Shutdown, zu erholen.

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