Virtual Reality wird bereits in vielen Branchen eingesetzt, vom Gaming, über die Tourismus-Branche, bis zur Konstruktion. Doch VR Healthcare, wird in den nächsten Jahren an erheblicher Bedeutung gewinnen.

Virtuelle Realität ist heute weit mehr als nur eine neue Form der Unterhaltung. Laut einer aktuellen Studie des Forschungs- und Beratungsunternehmen IndustryARC, werden Augmented Reality und Virtual Reality Technologien im Gesundheitswesen bis 2020 einen weltweiten Markt von ungefähr 2,54 Milliarden Dollar generieren.

Dabei werden sie zunehmend in einem breiten Spektrum medizinischer Anwendungen Einsatz finden, von der Behandlung bis zum Training. Möglich wird das besonders durch die sinkenden Kosten der Hardware und der Anwendungsentwicklung, sowie dem steigenden Interesse der Mediziner an den Möglichkeiten der neuen Technologie in unterschiedlichsten Bereichen.

 

VR Healthcare in der medizinischen Ausbildung

Eine der größten Herausforderungen in der medizinischen Ausbildung besteht darin, Medizinstudenten während ihres Studiums mit praxisnahen Erfahrungen zu versorgen und gleichzeitig die Patientensicherheit nicht zu gefährden. Ein Weg, dies zu erreichen, ist der Einsatz von VR Healthcare in Form von Simulationssystemen.

 

VR’s Healthcare Revolution: Transforming Medical Training at CHLA (Quelle: Oculus)

 

Mit solchen Systemen wird das Eintauchen in eine realistische Simulation möglich, ohne am direkten Patienten trainieren zu müssen. Studenten können alle notwendigen Schritte und Techniken einüben, mit direkten Feedback in ihrem Sichtfeld. Was bis jetzt über Trainingsvideos oder das Beobachten der Spezialisten erfolgte, kann so direkt am Objekt durchgeführt werden. Die Möglichkeit die Szenarien dabei zu wiederholen und damit an der stetigen Verbesserung seiner Fähigkeiten zu arbeiten, ermöglicht angehenden Mediziner auch weit über den Hörsaal hinaus an ihrer Ausbildung zu arbeiten.

 

Hilfe bei Phobien und Ängsten

Die Behandlung von Phobien ist eine der etabliertesten Formen der medizinischen VR-Behandlung. Einer Studie der University of Oxford zufolge, können Virtual Reality-Simulation von überfüllten U-Bahnen und Aufzügen das Gefühl der Paranoia bei denjenigen, die in ähnlichen Situationen in der realen Welt nur schwer funktionieren können, reduzieren.

 

VR for paranoia (Quelle: University of Oxford)

 

Diese Art der Behandlung nennt sich Stufen-Expositions-Therapie. In ihr wird der Patient von einem Therapeuten langsam an ihre Angst herangeführt. Virtuelle Realität ist dafür perfekt geeignet, denn die VR-Anwendungen lassen sich perfekt auf die individuellen Bedürfnisse und Fortschritte des Patienten abstimmen. Bisher wurden so beispielsweise Paranoia, Höhenangst oder die Angst vor Spinnen erfolgreich behandelt. Doch die Technologie hilft auch Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen bei der Genesung.

 

Virtual Reality zur Schmerzlinderung

Mehr als zwei Drittel Menschen denen Gliedmaße medizinisch entfernt werden musste, leiden an Phantomschmerzen. Der Amputierte empfinden dabei starke Schmerzen im Bereich der Gliedmaßen, die sie verloren haben, manchmal in dem Maße, wie sie den Schlaf oder die alltäglichen Funktionen behindern oder in schweren Fällen unmöglich machen.

“Even though a person who has had a hand amputated can no longer see it, in many cases he or she can still feel it. This sensory conflict may be interpreted by the brain as pain. With this new method we try to overcome that conflict by providing an artificial visual and tactile feedback and in that way suppress the pain.” – Bo Geng, Aalborg University in Dänemark

Eine Möglichkeit um bei der Schmerzlinderung zu helfen, haben die Forscher der Chalmers University of Technology in Schweden gefunden. Sie platzierten Elektroden auf dem Rest des fehlenden Armes des Patienten. Anschließend wurde den Patienten ein VR-Headset aufgesetzt, mit dem sie den Arm sehen konnten, der ein Lenkrad führt, während er virtuell ein Auto fuhr. Die Ergebnisse brachten hervor, dass diese Simulation des Arms den Patienten half weniger Schmerzen zu empfinden oder teilweise über längere Strecken völlig schmerzfrei zu sein.

Auch in anderen Situationen findet Virtual Reality heute in der Schmerlinderung Einsatz. So nutzen beispielsweise einige Zahnärzte während der Behandlung Virtual Reality, um den Patienten abzulenken und gleichzeitig über die aktuellen Eingriffe, sofern gewünscht, zu informieren.

 

Obwohl der Einsatz in der medizinischen Welt noch weit vom Mainstream entfernt ist, hat VR seinen Weg in die medizinische Anwendung gefunden. In wenigen Jahren werden Virtual Reality das Gesundheitswesen prägen und Mediziner, sowie Patienten umfangreich unterstützen.

 

 

Beitragsbild: Medical Futurist

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