Silicon Vilstal – Digitale Region zum Mitmachen

In diesem Jahr fand erstmals das Innovationsfestival Silicon Vilstal zu den Themen Innovation, Unternehmergeist und Kreativität statt. In über dreißig Veranstaltungen mit internationalen Experten, Initiativen aus ganz Deutschland und spannenden regionalen Akteuren wurde nördlich von München ein Stück Innovationsgeschichte geschrieben. Als Vorstand des Startupnetzwerk SUN war ich Teil dieses Festivals. Ein wesentlicher Fokus lag nämlich darauf junge Gründer auch auf den ländlichen Raum aufmerksam zu machen. Hierfür wurde die Initiative „Bauer sucht Startup“ in Kooperation mit dem Startupnetzwerk SUN ins Leben gerufen.

 

Wir zeigen uns und anderen, was das Vilstal schon heute zu bieten hat. Und wir lernen zusammen, was in „digitalen“ Zeiten aus dem Vilstal noch alles werden kann. – Hemlut Ramsauer, Initiator

 

Startups auf Silicon Vilstal

Die Initiative „Bauer sucht Startup“ war dabei eine Besonderheit in ihrer Art. Drei Tage lang konnten vorher ausgewählte Startups unentgeltlich das Arbeiten auf regionale Bauernhöfe testen. Gründer aus Berlin, Dresden, Köln und München haben dies genutzt, um während des Silicon Vilstal Festivals ihre Produkte der Öffentlichkeit zu präsentieren und sich mit anderen Startups und regionalen Unternehmen zu vernetzen.

 

 

Eines dieser Startups war das Smart Home Startup HEAVN, welches auf einem Bauernhof zusammen mit zwei Alpakas und einigen Hühnern gelebt und gearbeitet hat. HEAVN trägt mit ihrer Entwicklung zum Smart Home und Smart Energy Ansatz bei. Mit ihrer intelligenten Lampe schaffen sie eine dauerhafte Aktivierung über den Tag hinweg.

Die Entschleunigung auf dem Land bot dabei eine Abwechslung zum normalen Co-Workingspace in München. Mit Unterstützung der anwesenden Experten entwickelten sie mit dem Design Thinking Ansatz neue Methoden, um ihre Strategie zu optimieren und pitchten ihren Prototypen HEAVN One interessierten Besuchern und Unternehmen. Ganz nach dem Lean Startup Prinzip kam es dabei zu einem intensiven Austausch mit Experten und Gästen zur Optimierung des Produktes. Bei der Planung der Initiative war es mir von vornherein wichtig, dass Startups und Gründer den ländlichen Raum an Chance sehen. Häufig hört man Klagen, dass die Mieten zu teuer sein oder man nicht am Wunschstandort bleiben kann, weil es nicht erschwinglich sei. Dabei liegt die Lösung manchmal so nah. Im Vilstal zum Beispiel gibt es eine gute Infrastruktur, namhafte Firmen und man ist in kürzester Zeit in München.

Neben dem Fokus auf Gründung gab es für die Startups auch viele weitere spannende Veranstaltungen zu entdecken.

 

Auftaktveranstaltung mit internationalen Referenten

Das Festivalwochenende begann mit einem Auftaktabend im Trachtenkulturzentrum Holzhausen. Der internationale Trendscout Raphael Gielgen von Vitra berichtete dort über die schon beginnende Zukunft der Arbeitswelt. Der weltweit renommierte Architekt Peter Haimerl spannte den Bogen von seinen heimatlichen Aktivitäten im Bayerwald bis zu innovativen Architekturtrends. Unter anderem berichtete er über das preisgekrönte Konzerthaus in Blaibach. Über Open Innovation als neuen Innovationsansatz sprach Dr. Gregor Jawecki von Hyve Innovation Research.

 

Regionale Mobilitätskonzepte & Architekturworkshops

Die neuesten Trends rund um Verkehrstechnologien und autonomes Fahren sowie ihre Anwendung auf regionale Mobilitätsbedürfnisse zeigte ein Workshop mit Christiane Bausback von der Agentur N+P. Nach einem Überblick über zeitgemäße Mobilitätskonzepte wurden die Teilnehmer mit einem „Customer Journey“-Kurztraining auf den Praxisteil vorbereitet und entwickelten verschiedene regionale Mobilitätskonzepte, unter anderem für die Heimfahrt nach Dorffesten.
Beim „Autocampus“- Architekturworkshop mit Architekten, Autointeressierten und Startups wurde ein leerstehendes Bürogebäude in eine automobile Innovationsumgebung verwandelt. Dazu standen unter anderem die innovativen Tischsysteme „Hack“ zur Verfügung. Sie wurden von Konstantin Grcic entwickelt, einem der führenden Industriedesigner Deutschlands.

 

Patente und Workshops – ein Programm für Groß und Klein

Bei Silicon Vilstal gab es eine breite Palette von Mitmachangeboten für Erwachsene und Kinder. Beim „Patentfrühstück“ erzählte der aus der Region stammende Erfinder Konrad Lehrhuber Lebensgeschichten aus der Welt der Schutzrechte. Beim Treffpunkt für alle in der historischen Dräxlmaier-Fabrik in Geisenhausen gab es ein buntes Programm für jedes Alter.

Auf dem jahrhundertalten Stefanihof trafen sich Interessierte bei Workshops und Kursen. Eine professionelle Zeichnerin vermittelte Grundfertigkeiten in Visuellem Moderieren. Ein Design Thinking Schnupperkurs zeigte, dass diese Innovationsmethode nicht nur etwas für Designer ist. Möbeldesign zum Mitmachen gab es bei Hubertus Jonas von Jonas&Jonas aus Vilsbiburg. Das international tätige Unternehmen, das unter anderem den japanischen Markt bedient, ist in der Region selbst nahezu unbekannt. Social Media Profitipps mit einem Blogger rundeten das Programm ab.

Das Angebot für Kinder jeder Altersgruppe reichte vom 3D-Druck-Workshop über die Elektroniktüftelaktion „Makeathon“ bis zu Roboterkursen.

 

Innovation pur! Wir aktuell dabei schon mit der Planung für das nächste Festival im Jahr 2017! Wie es ablaufen wird und was aus Silicon Vilstal werden kann – es bleibt spannend!

 

 

Weitere Informationen auf der Webseite von Silicon Vilstal


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